Immobilie kaufen statt mieten?

17.07.2018

Kaufen statt Mieten - für wen lohnt es sich?
Der Mietwohnungsmarkt ist fast leergeräumt - haben Sie dabei auch schon mit dem Gedanken gespielt eine Immobilie zu kaufen statt zu mieten? Bevor Sie sich auf die Suche nach einer Miet- oder Kaufimmobilie machen, sollten Sie grundsätzlich abwägen, ob Sie eher Miet- oder Käufertyp sind. Ob man eine Wohnung mieten oder kaufen möchte, ist nicht nur eine finanzielle Frage, sondern auch Typsache.
 

Mieter sollte werden wer:

  • ein unabhängiges Leben führen möchte
  • häufige Jobwechsel in Aussicht hat

Immobilienkäufer sollte werden wer:

  • finanziell abgesichert ist
  • einen sicheren Arbeitsplatz hat
  • langfristig an einem Ort bleiben will

Wenn Sie also ein ungebundenes Leben mit vielen Stadtwechseln bevorzugen, ist mieten genau das Richtige für Sie. Möchten Sie jedoch sesshaft werden und eventuell eine Familie gründen, wollen wir Ihnen im Folgenden zeigen weshalb sich kaufen statt mieten lohnen kann.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vor- und Nachteile einer eigenen Immobilie
  2. Immobilien als Geldanlage
  3. Immobilien als Altersvorsorge
  4. Niedrige Zinsen
  5. Restschuldbindung
  6. Unabhängigkeit und Lebensqualität

1. Vor- und Nachteile einer eigenen Immobilie

Der Erwerb einer eigenen Immobilie ist mit einigen Vorteilen verbunden, aber es gibt auch negative Aspekte, über die Sie sich im Klaren sein sollten. Fragen Sie sich daher im Vorfeld: Überwiegen für mich persönlich die positiven Seiten? Wenn Sie diese Frage mit einem Ja beantworten können, ist die erste Weiche schon gestellt.

Vorteile

  • In den meisten Fällen ist mit einer künftigen Wertsteigerung zu rechnen
  • Eine abbezahlte Immobilie ist eine solide Altersvorsorge
  • Sie können Ihre eigene Immobilie vermieten oder selbst bewohnen

Nachteile

  • Als Immobilieneigentümer sind Sie weitaus weniger flexibel als Mieter
  • Der Verkauf einer Immobilie kann zeitintensiv und nervenaufreibend sein
  • Als Eigentümer müssen Sie regelmäßig für Instandhaltungen und Renovierungen aufkommen können
Kaufen statt Mieten - Vor- und Nachteile

2. Immobilien als Geldanlage

Die Investition in eine Immobilie gilt als sichere Kapitalanlage. Hierbei verlieren Sie nicht Ihr Geld, sondern legen es langfristig in Ihre eigenen vier Wände an. Auch wenn Sie sich im Laufe der Jahre verkleinern oder vergrößern möchten, haben Sie durch den Verkauf Ihrer Immobilie die Möglichkeit auf dieses Kapital zurückzugreifen. Auch eine Vermietung kann langfristig sinnvoll sein. Im Gegensatz zur Miete investieren Sie Ihr Geld in einen beständigen Wert - in den letzten Jahren sind die Immobilienpreise vielerorts immer weiter gestiegen.

3. Immobilien als Altersvorsorge

Ein weiterer Grund ist die Altersvorsorge. Wenn Sie sich für den Kauf einer Immobilie entscheiden, haben Sie die Garantie, dass Sie im Alter keine Miete mehr bezahlen müssen und vor Kündigungen geschützt sind. Wenn Sie die eigenen vier Wände mit Beginn des Rentenalters abbezahlt und darauf geachtet haben, die Ausstattung regelmäßig zu modernisieren, fallen für Sie lediglich Betriebskosten, Rücklagen für Reparaturen und eventuelle Verwaltungskosten an. Auch wenn Sie die Immobilie im Alter verkaufen, vermieten oder sich verkleinern möchten, profitieren Sie hier noch vom Kauf, denn Ihre Immobilie ist eine Kapitalanlage und Ihr Geld geht, anders als bei einer Mietimmobilie, nicht verloren.

4. Niedrige Zinsen

Die anhaltend niedrigen Zinsen sind ebenfalls ein großer Anreiz für den Kauf einer Immobilie. Dank der aktuellen Zinslange ist eine Finanzierung ohne hohe Zinsbelastung und mit hohem Tilgungsanteil möglich. So können Sie möglichst schnell einen großen Teil Ihres Darlehens tilgen und „verlieren“ nicht viel Geld bei der Finanzierung. Zudem sind die Zinsen eines Darlehens aktuell zwar höher, als die Verzinsung Ihres Geldes, wenn Sie es stattdessen auf einem Konto anlegen würden. Jedoch deckt die Verzinsung Ihres Geldes häufig nicht einmal mehr die Inflationsrate – also den Betrag, den Ihr Geld jedes Jahr an Wert verliert. Berücksichtigt man also die Inflationsrate, legen Sie Ihr Geld in einer wertstabilen Immobilie deutlich besser an, als bei einem Sparvertrag Ihrer Bank.

5. Restschuldbindung

Die Restschuld am Ende der Zinsbindung ist ein entscheidender Faktor beim Kauf Ihrer Immobilie. Bei einem Darlehen von 250.000 Euro beim Kauf einer 300.000 Euro-Immobilie mit 1,5 Prozent Zinsen und einer Anfangstilgung von nur einem Prozent bleiben nach zehn Jahren am Ende der Zinsbindung noch rund 223.000 Euro Schulden übrig.

Die monatliche Rate von ca. 520 Euro ist zwar angenehm niedrig und entspricht nur etwa knapp der Hälfte der angenommenen Miete, allerdings muss am Ende der zehn Jahre mit einer deutlich höheren Rate für die Anschlussfinanzierung gerechnet werden, für den Fall dass, der Zins in dieser Zeit deutlich steigen würde.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Rate der Anfangstilgung möglichst hoch anzusetzen. Selbstverständlich muss sie im Rahmen des Möglichen bleiben, denn für unvorhergesehene Investitionen müssen Sie parallel weiter Rücklagen bilden können. Wird im obigen Beispiel eine Tilgung von 3,5 Prozent vereinbart, liegt die monatliche Rate bei ca. 1.040 Euro - die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung beträgt dann nur noch 156.000 Euro. Bei der Anschlussfinanzierung fällt ein höherer Zins dann deutlich weniger stark ins Gewicht.

Unabhängigkeit durch Immobilienkauf

6. Unabhängigkeit und Lebensqualität

Zum Schluss noch einen Blick auf die Unabhängigkeit und Lebensqualität, die eine eigene Immobilie mit sich bringt. Wer kennt das Problem bei einer Mietsuche nicht: „Leider möchten wir keine Kinder und Hunde in unserem Haus.“ Und jetzt? Möchten Sie deswegen ihre Kinderplanung begraben und Ihren treuen Begleiter ins Tierheim bringen? - Wohl eher nicht!

In den eigenen vier Wänden kann Ihnen das niemand verbieten, soweit die Hausordnung es nicht anders vorschreibt. Sie können Ihre Immobilie umbauen, verschönern und Ihre Liebsten einziehen lassen.

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