Das Lochmüllerhaus in Leonberg steht zum Verkauf

15.03.2018

Das Lochmüllerhaus steht zum Verkauf

Leonberg. Das, vor dem Jahr 1337 erbaute, Lochmüllerhaus am Leonberger Marktplatz hat über die Jahrhunderte hinweg eine Reihe von illustren Persönlichkeiten beherbergt. Unter anderem den ehemalige reiche Leonberger Kommerzienrat Heinrich Wilhelm Burck.

1871, fünf Wochen nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges, ersteigerte der Tuchmacher August Lochmüller für 6625 Gulden, das Haus des ehemaligen Tuchmachers Christian Heller. Von dort an, war es 135 Jahre im Besitz der Familie Lochmüller und kam so zu seinem Namen dem „Lochmüllerhaus“.

Nun steht das alte Fachwerkhaus am Leonberger Markplatz mit interessantem und geschichtsträchtigem Hintergrund zum Verkauf. Ein Haus voller Geschichte, bewohnt von reichen Bürgermeistern und Kaufleuten, Sagen um einen versteckten Schatz und ein Zimmer an dessen Wänden ein enttäuschter Patriarch das Gleichnis vom verlorenen Sohn hat malen lassen - für seinen eigenen Sohn. Die sagenumwobene Stube mit der farbenprächtigen Malerei ist ein heute wichtiges Kulturdenkmal.

Heinrich Wilhelm Burck, der Sohn des damaligen Bürgermeisters Wilhelm Gottfried Burck, prägte die historische Bedeutsamkeit des Lochmüllerhauses maßgeblich.

Auf den mit Holz verkleideten Wänden, die von Butzenfenstern unterbrochen werden, und an der weißen Stuckdecke, sind Szenen gemalt die das Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählen. Seine fünf Söhne enttäuschten den damaligen Besitzer Heinrich Wilhelm Burck: Der älteste wurde Schreiber, einer zog mit 17 in die neapolitanischen Kriege, der andere wurde Apotheker, einer Vikar in Owen (Landkreis Esslingen) und der jüngste wollte mit 16 keinen Beruf erlernen, sondern widmete sich der Schreiberei. So entschied er sich, zwischen 1790 und 1805, das Studierzimmer seines ältesten Sohnes an den Wänden mit dem Gleichnis bemalen zu lassen.

Die geheizte Stube des Kommerzienrats Buck war 1804, beim Leonberger Pferdemarkt, der Schauplatz für den Kurfürsten um dem Durchzug der Pferde beizuwohnen.

 

Peter Feichter malt das Lochmüller Haus

Am alten Marktplatz betreibt der österreichische Künstler Peter Feichter seit dem Jahr 2000 seine Galerie und lebt in Leonberg. Seine Kunstwerke kennzeichnen sich durch viele aufeinandergelegte Farbschichten, expressive Farben und die Verwendung diverser Arbeitsmaterialien, wie z.B. Gips, Sand oder auch Kaffeepulver. In seinem unnachahmlichen Stil hat Peter Feichter das Lochmüllerhaus für uns künstlerisch in Szene gesetzt. 

 

Schon seit über 681 Jahren steht das Haus am Leonberger Marktplatz, der guten Stube Leonbergs. Das macht es auch so einzigartig, denn es ist das einzige Haus, dessen Standort schon urkundlich belegt war, bevor die württembergischen Grafen 1350 die erste Bestandsaufnahme ihres Landes vornehmen ließen.

Im Laufe der Zeit wurde das Lochmüllerhaus zwar einige Male umgestaltet und wuchs aus ursprünglich zwei Häusern zusammen, trotzdem findet es seinen Platz in der Liste der Denkmäler des Stuttgarter Regierungspräsidiums.

Wir haben uns dem Verkauf des Hauses angenommen. Werfen Sie hier einen Blick auf dieses spannende Stück Geschichte.

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